1Nephi 7:1 – Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.

1Ne 7:1 Und nun will ich, dass ihr wissen mögt, dass nachdem mein Vater, Lehi mit dem Prophezeien in Bezug auf seinen Samen ein Ende gemacht hat, es sich begab, dass der Herr wieder zu ihm sprach, dass es nicht gut für ihn, Lehi, sei, dass er allein seine Familie in die Wildnis nähme; sondern dass seine Söhne Töchter zur Frau nehmen sollten, sodass sie dem Herrn Samen aufziehen könnten im Land der Verheißung.

Text

Wieder zu ihm sprach, dass

Oliver Cowdery hat im Druckermanuskript den Satz so widergegeben: „..begab sich, dass der wieder zu ihm sprach, und sagte, dass“. Im Originalmanuskript findet sich das „und sagte“ nicht. Es wäre auch die einzige Stelle im Buch Mormon, wo „sprach und sagte“ eine indirekte Rede einleitet. Daher ist es unwahrscheinlich, dass Cowderys Ergänzung richtig ist. sodass sie dem Herrn Samen aufziehen könnten

Im Originalmanuskript fehlt hier „sie“. Oliver hat das im Druckermanuskript ergänzt. Es ist auch grammatikalisch notwendig, und Schreiber 3 des Originalmanuskriptes neigte dazu, Personalpronomen wegzulassen. Man könnte noch hinterfragen, ob „sie“ das richtige ist, oder ob „ich“ (bezogen auf den Herrn) hier besser passen würde. Das ist aber nicht wahrscheinlich, weil das „ich“ könnte sich nur auf Nephi beziehen, und das passt nicht. Im Buch Mormon gibt es aber keinen Fall, indem das Mehrzahl „sie“ Kinder aufzieht, wohl aber in der Bibel. Ebenso gibt es im Buch Mormon keinen Fall, wo „dass könnten“ (ohne Personalpronomen) sonst vorkommt, damit ist die Ergänzung „sie“ berechtigt. Es bezieht sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf die Söhne, die mithilfe der Ehefrauen Kinder heranziehen sollen.

 

Kommentar

Dass es nicht gut für ihn sei

Hier klingt Gen 2:18 an: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Im Rahmen der biblischen Schöpfungsgeschichte trennt Gott immer wieder „gut“ von „nicht gut“. Der biblische Bericht beendet jeden Tag mit den Worten „es war gut“. Erst nach der Erschaffung der Frau, als alles vollendet war, heißt es „Es war sehr gut“. Und in dieser Zwischenzeit, in der der Mann geschaffen ist, nicht aber die Frau, da war es „nicht gut“.

dass seine Söhne Töchter zur Frau nehmen sollten

Hier wird auf den damals üblichen Brauch Bezug genommen, dass nicht die Frauen selbst sich ihre Ehemänner aussuchen, sondern dass die Väter die Ehe vermittelten. In diesem Fall jedoch wurden die Söhne Lehis nach Jerusalem geschickt, um dort mit einem Mann über dessen Töchter zu verhandeln.

sodass sie dem Herrn Samen aufziehen könnten

Die Proklamation über die Familie wird manchmal so gelesen, dass die Frau die Verantwortung für die Kinder hat, und der Mann nicht. Dies ist sicherlich ein falsches Verständnis, denn der Zweck der Ehe an und für sich ist, Kinder in die Welt zu setzen und sie in den Wegen des Herrn zu erziehen. Wenn in der Proklamation der Schwerpunkt des Mannes bei den Äußeren Angelegenheiten der Familie liegen, wie zum Beispiel Erwerbstätigkeit, so nur zu dem Zweck, der Familie eine Lebensgrundlage zu bieten, und nicht zur Selbstverwirklichung. Die Kernaufgabe für beide Elternteile, ja vielleicht noch mehr für den Vater, wie man aus dieser Schriftstelle ableiten kann, ist das Aufziehen von Kindern im Herrn.

(Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wedding_rings.jpg)

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