1Nephi 5:12,13

1Ne 5:12 Und ebenso ein Bericht der Juden von Anfang an, selbst bis zum Beginn der Regierung von Zidkija, König von Juda

1Ne 5:13 Und ebenso die Prophezeiungen der heiligen Propheten, selbst bis zur Regierung von Zidkija; und ebenso viele Prophezeiungen, die gesprochen worden waren vom Mund des Jeremia.

Kommentar

Text

Parallelismus

a Und ebenso ein Bericht der Juden
…b von Anfang an,
……c selbst bis zum Beginn der Regierung von Zidkija, König von Juda

a Und ebenso die Prophezeiungen der heiligen Propheten,
…b von Anfang an,
……c selbst bis zur Regierung von Zidkija;
und ebenso viele Prophezeiungen, die gesprochen worden waren vom Mund des Jeremia.

Inhalt

ebenso ein Bericht der Juden

Obwohl Laban – wie Lehi – zum Stamm Manasse gehörte, ist der Bericht, den er verwaltet über die Geschichte der Juden. Dies kann ein Zugeständnis sein, da Labans Familie schon seit der Zeit der Urgroßväter in Juda wohnte.

die Prophezeiungen der heiligen Propheten

Wenn wir uns den Propheten zuwenden, die im Buch Mormon erwähnt werden, also Zenoch, Zenos und Ezias, dann finden wir, dass sie in ihrem Prophezeien, so wie im Buch Mormon erwähnt, sich hauptsächlich auf die Stämme des Nordreiches beziehen, während der Masoretische Text des Alten Testamentes mehr das Südreich betont. John Sorenson vertritt, dass diese drei Propheten zwischen 922 und 721 v.Chr. im Nordreich gelebt haben:

Die Autoren des Buches Mormon erwähnen fünf Propheten, deren Worte auf den Messingplatten aufscheinen: Zenos, Zenoch, Ezias, Jesaja und Neum (der letztere könnte Nahum sein). Von den ersten vier kennen wir nur Jesaja sicher aus bestehenden biblischen Texten. Interne Hinweise legen einen Grund dafür nahe: Alle vier haben ihre aufmerksamkeit auf dem Nordreich. Da der Masoretische Text, der hinter unserer King James Bibel steckt [Anm: gilt auch für die Lutherbibel und die Einheitsübersetzung] aus dem Süden stammt, ist es erklärbar, warum drei von den vieren (oder vier von den fünf, wenn man Neum dazurechnet) ausgelassen sind. Zenos wird mit folgenden Worten zitiert: „Und was die angeht, die in Jerusalem sind“ (1Ne 19:13). Nirgendwo sonst in den ausführlichen Zitaten Zenos‘ erwähnt er Juda oder Jerusalem. Im Zusammenhang deutet das stark darauf hin, dass er nicht im Einflußbereich Judas wohnte. (in 3Ne 10:16 wird impliziert, dass Zenos und Zenoch aus einem Stamm Josephs stammten, obwohl nichts über ihren Wohnort gesagt wird). Der Hinweis auf Jerusalem impliziert ein Datum nachdem David die Stadt erobert hat und möglicherweise nach der Teilung der Monarchie (um 922 v.Chr.). Eine achtsame Analyse der Allegorie vom Ölbaum (Zenos) als auch Alma 33:3-17, was sowohl Zenos als auch Zenoch betrifft, bestätigen einen Zusammenhang eines sündigen Israel, das besser zur Zeit von Amos (Mitte des 8. Jahrhunderts v.Chr.) passt, als früher oder später. Weiters wird von Zenoch gesagt, er sei ein Prophet von Alters (Alma 33:17), ein chronologischer Ausdruck, der nicht für Jeremia oder sogar Jesaja verwendet wird. Daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Propheten, die auf den Messingplatten zitiert werden, auf die Zeit zwischen 900 v.Chr. und dem Ende des Nordreiches in 721 v.Chr. zu datieren sind.

vom Mund des Jeremia

Jeremia und Lehi waren, wir wir wissen, Zeitgenossen, ungefähr zur gleichen Zeit geboren, gleich alt. Es ist also interessant, das Leben und die Lehren der beiden Propheten zu vergleichen.

Die Arbeit hierzu stammt von David Rolph Seely und Jo Ann H. Seely.

Lehi war ein wohlhabender Mann aus dem Stamm Manasse mit einer großen Familie. Jeremia war ein Levit aus der Familie Abiaters, dem geboten worden war, nicht zu heiraten und keine Familie zu haben, damit sie nicht zerstört würden.

Beide leben in Jerursalem, was nicht das Land ihrer Väter war. Jeremias Vorfahren waren am Aufstand Adonijas gegen David beteiligt und waren daher nach Anathot verbannt worden, aber Jeremia predigte ausschließlich in der Heiligen Stadt. Lehis Erbteil lag im Land Manasse, doch seine Urgroßeltern waren nach Jerusalem gezogen, wo auch er predigte.

Lehi war der Patriarch Oberhaupt eines Volkes, das später geteilt wurde, Jeremia war der Hauptprophet eines bereits geteilten Volkes.

Beide prophezeien, dass das Volk vernichtet werden würde, weil es den Bund mit Gott gebrochen hatte. Im alten Israel schloss der Bund immer auch das Land mit ein, das Gott dem Volk gegeben hatte. Lehi versprach seinen Nachfolgern ein neues Land, das mit einem Bund gegeben werden würde (2Ne 1:9). Jeremia versprach einen neuen Bund (Jer 31:31-33).

Jeremias Leben war ein Symbol für die Gerechtigkeit Gottes: Es wurde ihm verboten, über den Niedergang des Volkes zu trauen, da Gott seine Barmherzigkeit zurück gezogen hatte.

Lehis Leben war ein Symbol für die Gnaden des Herrn: Es wurde ihm Geboten, Jerusalem mit seiner Familie zu verlassen und ein neues erwähltes Land zu suchen.

Jeremia wünschte, aus Jerusalem, das voll war von Sündern, fliehen zu dürfen (Jeremia 9:2). Lehi floh und murrte zeitweise, wegen der Bedrängnisse, die er in der Wildnis erlebte und weil er Jerusalem vermisste (1Ne 16:20).

Beide führen Berichte. Lehis Bericht kennen wir nur von dem, was Nephi daraus zitiert, der Rest ging mit den 116 Seiten verloren. Jeremia wurde geboten, einen Bericht aller Prophezeiungen von der Zeit Josias bis zu den Tagen Jehojakims zu machen, und Baruch schrieb diese Rolle. Dann wurde sie dem König vorgelesen, der darüber so erbost war, dass er sie zerschnitt. Jeremia diktierte daraufhin diese Prophezeiungen erneut, und Baruch schrieb sie nieder.

Wir lernen daraus, dass Jeremia ein gutes Gedächtnis für die Prophezeiungen hatte, und wir sehen einen möglichen Grund, warum seine Prophezeiungen auf Metallplatten verewigt wurden: Die konnte man schwerer zerstören.

Beide Propheten beginnen ihren Bericht mit ihrer Berufung. Jeremia wurde als Jugendlicher berufen, Lehi als reifer Mann.

Lehi wirkt als Moses seiner Zeit, der das Volk aus der Unterdrückung wegführt, und das Volk murrt gegen ihn. Er wird von seinem Volk als Befreier und Gründervater in Erinnerung behalten.

Jeremias Leben geht den umgekehrten Weg: Wo Moses das Volk 40 Jahre durch die Wildnis zum Gelobten Land führt, predigt Jeremia vierzig Jahre einem Volk, das immer sündiger wurde, bis es aus dem Gelobten Land verstoßen wurde. Moses stritt gegen die Götter des Pharao und zeigte die Macht des Gottes Israel. Jeremia stritt gegen die falschen Götter in Israel, aber er rief das Volk auf, sich Babylons Gewalt zu unterwerfen. Moses trat vor Gott für das Volk ein, Jeremia wurde das verboten. Moses führte sein Volk aus Ägypten und verließ es, als sie ins Gelobte Land zogen, Jeremia wurde gezwungen, das Gelobte Land zu verlassen und nach Ägypten zu ziehen.

Beide Propheten sind auch ein Sinnbild für Jesus Christus, so wie Moses ein Sinnbild für Jesus war. Sein ganzes Leben diente Jeremia als der leidende Knecht Gottes, als den Jesaja den Messias darstellt. Und Lehi wurde von seiner Stadt, seinen Verwandten, ja selbst seiner Familie abgelehnt. Ein Prophet gilt nichts im eigenen Land.

Beide Propheten hatten Visionen – was damals unpopulär war.

Beide benutzen Symbole als wesentliche Bestandteile für ihre Prophezeiungen und Lehren ihre unmittelbare Umgebung. So verwendet Lehi ein Tal und einen Fluss, eine eiserne Stange, einen Baum. Jeremia verwendet einen Mandelzweig, einen dampfenden Kessel, einen Korb mit Feigen, das Vergraben eines Gürtels, einem Töpfer bei der Arbeit zusehen, Das Zerbrechen eines Gefäßes, Landkauf.

Beide hatten die gleiche Botschaft: Umkehr oder Vernichtung.

Beide prophezeien von Christus.

Beide prophezeien die Zerstreuung Israels und die darauf folgende Sammlung.

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Ein Gedanke zu “1Nephi 5:12,13

  1. Jeremia und Lehi lebten tatsächlich zur selben Zeit in Jerusalem und prophezeiten äusserst wichtige Ereignisse, die sich in der heutigen Zeit ereignen.

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