1Nephi 5:8-9

1Ne 5:8 Und sie sprach, indem sie sagte: Nun weiß ich aus einer Sicherheit, dass meinem Ehemann der Herr geboten hat, in die Wildnis zu fliehen; ja, und ich weiß auch aus einer Sicherheit, dass der Herr meine Söhne beschützt hat und sie befreit hat aus den Händen Labans und gab ihnen Macht, wodurch sie die Sache vollbringen konnten, die ihnen der Herr geboten hat. Und nach dieser Art der Sprache sprach sie.

1Ne 5:9 Und es begab sich, dass sie sich außerordentlich freuten und Opfer und Brandopfer dem Herrn darbrachten; und sie dankten dem Gott Israels.

Kommentar

Text

Und ich weiß auch

Der Schreiber 3 hatte die Eigenart, das „ich“ desöfteren wegfallen zu lassen. In manchen Fällen hat er seinen Fehler rechtzeitig erkannt und selbst ergänzt. In diesem Fall war es Oliver Cowdery, der die Ergänzung vorgenommen hat. Es handelt sich um ein Versehen des Schreibers 3, nicht um eine Eigenart des Textes.

Und gab ihnen Macht

In der 1920 Ausgabe wurde „und gab ihnen Macht“ mit „und ihnen Macht gegeben hatte“ wiedergegeben, in der Annahme, dass es sich um einen Nebensatz handelt und die falsche Zeitform gewählt worden war. Da der Satz aber mit der originalen Zeitform gut funktioniert, ist das Ursprüngliche vorzuziehen.

Parallelismus

Und als wir zum Zelt meines Vaters zurückgekehrt waren,

A siehe ihre Freude war voll, und meine Mutter war getröstet.

…B Und sie sprach, indem sie sagte:

……C Nun weiß ich aus einer Sicherheit, dass meinem Ehemann der Herr geboten hat, in die Wildnis zu fliehen;

………D ja, und ich weiß auch aus einer Sicherheit (regelmäßige Wiederholung), dass der Herr meine Söhne beschützt hat

………D und sie befreit hat aus den Händen Labans

……C und gab ihnen Macht, wodurch sie die Sache vollbringen konnten, die ihnen der Herr geboten hat.

…B Und nach dieser Art der Sprache sprach sie.

A Und es begab sich, dass sie sich außerordentlich freuten

und Opfer und Brandopfer dem Herrn darbrachten; und sie dankten dem Gott Israels.

Nephi setzt klar den Schutz und die Befreiung durch Gott in den Mittelpunkt dieser Struktur. Es ist wunderbar und kaum glaublich für Sariah, dass ihre Söhne wieder da sind. Nichts als ein Wunder Gottes konnte das bewirken. Dieses Wunder war darüber hinaus noch von Lehi vorhergesagt worden, und daher hat sie nun einen sicheren Beweis für die Richtigkeit der Visionen Lehis erlangt. Sie hat ein Zeugnis nicht des Geistes, sondern ein erlebtes Zeugnis: Was verheißen wurde ist wundersam eingetreten. Die Freude, die sie verspürt, ist nicht nur die Freude über die Rückkehr ihrer Söhne, sondern auch darüber, nun Sicherheit zu haben, dass ihr Mann ein Prophet Gottes ist und sie nicht einem Verrückten folgt. Sie hat daher auch eine Sicherheit, dass ihre Reise ein gutes Ende nehmen wird. Auch zu Lehis Freude über die Rückkehr seiner Söhne und den Erhalt der Platten kommt die Freude, dass Sariah nun Sicherheit hat und er sie nicht mehr überzeugen muß.

Inhalt

Altar

Ein alt-israelitischer Tempel bestand aus unbehauenen Steinen, die übereinander getürmt wurden. So ein Altar kann in einer unbesiedelten Gegend lange Zeit überdauern. George Potters Nephi Project hat einen Kandidaten für den Altar Lehis gefunden.

Opfer und Brandopfer

In der Wildnis bringt die Familie Lehis zwei Mal „Opfer und Brandopfer“ in Zusammenhang damit, dass sie Gott danken. Beide Male werden nach ausgedehnten Ausflügen der Söhne Lehis erwähnt: Einmal hier im Vers 9, und einmal nachdem die Söhne Lehis Ishmael geholt haben (1Ne 7:22). Aber als die Familie ursprünglich aus Jerusalem geflohen war und nahe des Roten Meeres ihr Lager aufgeschlagen hatte, ist nur von „Opfern“ die Rede, die zum Dank an Gott gebracht werden.

Wie S. Kent Brown ausführt, hat das einen guten Grund:

Wie wir in Psalm 107 lesen können, bringt man Dankopfer, wenn man eine Reise gut hinter sich gebracht hat. Es handelt sich dabei um ein Heilsopfer, wie wir es in Levitikus 3 beschrieben finden. Es war ein Opfer der Freude, was sehr gut dazu passt, das Nephi uns dazu erklärt, „dass sie sich außerordentlich freuten“.

Brandopfer sind eine andere Sache. Wir lesen darüber in Levitikus 1:2-4. Ein Brandopfer ist ein Sühnopfer. Es wird gebracht, um für Sünde und Schuld zu sühnen. Hier, im Fall von 1Ne 5:9, ist es die Sünde Sariahs, an Lehi als dem Propheten Gottes gezweifelt und ihm Vorwürfe gemacht zu haben, die Sünde Lamans und Lemuels, die Hand gegen ihre Brüder gehoben zu haben, und gegen einen Engel gemurrt zu haben, und der Totschlag Labans.

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