1Nephi 4:28-30

1Ne 4:28 Und es begab sich, dass, als Laman mich sah, er ausserordentlich erschreckt war, und Lemuel und Sam auch. Und sie flohen vor meiner Gegenwart; denn sie dachten, es war Laban und dass er mich erschlagen hatte und auch ihr Leben zu nehmen suchte.

1Ne 4:29 Und es begab sich, dass ich nach ihnen rief, und sie hörten mich; aus diesem Grund hörten sie auf, vor meiner Gegenwart zu fliehen.

1Ne 4:30 Und es begab sich, dass, als der Diener Labans meine Brüder sah, er begann zu zittern, und er war dabei von mir zu fliehen und in die Stadt Jerusalem zurückzukehren.

Kommentar

Text

vor meiner Gegenwart

Eigentlich: „von vor meiner Gegenwart.“

Und sie hörten mich

Hier haben wir wieder die Vergangenheitsbildung mit dem Hilfsverb „do“. Im heutigen Englisch würde man das als „und sie hörten mich tatsächlich“ verstehen können, aber da diese Vergangenheitsbildung im Buch Mormon überproportional häufig ist, muss das so nicht sein. In der Erzählung Nephis sind beide Varianten sinnvoll.

Inhalt

Gegenwart

Das hebräische Wort, das im Alten Testament mit „Gegenwart“ einer Person oder einer Sache bezeichnet wird, ist ponem. Es findet sich auch im Jiddischen. Es bedeutet eigentlich das Gesicht, im erweiterten Sinn das Gesichtfeld, den Aufmerksamkeitsbereich. Es wird auch verwendet als Vorder- oder Oberseite. In diesem Sinne lesen wir in Gen 1:2 vom ponem des Wassers, der Gesichtsseite, oder der Oberseite, oder einfach „über“, oft auch (bei Herrschern) von der Macht und dem Gericht. Als Joseph, der Sohn Jakobs, unter dem Pharao eine Machtstellung bekommt (Gen 41:46), steht er „vor“ (ponem) dem Pharao und geht von seiner Gegenwart (ebenso ponem) aus. Das drückt aus, dass Joseph vom Pharao bevollmächtigt ist, dass seine Worte der Wille des Pharaos sind. Im gleichen Sinne lesen wir im Neuen Testament vom Engel Gabriel (Luk 1:19).

Ich rief nach ihnen

Es ist nicht niedergeschrieben, was Nephi rief. Allein seine Stimme zu hören hätte die Brüder in ihrer Panik wahrscheinlich nicht beruhigt. Gleichzeitig erkannte der Diener Labans dadurch, dass der Mann neben ihm nicht sein Herr war, dass sein Herr wahrscheinlich tot war und dass er selbst sich unwissentlich eines Verbrechens schuldig gemacht hatte. Dies ließ ihn zittern und fliehen.

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