1Nephi 4:23-24

1Ne4:23 Und ich sprach zu ihm, als wäre es Laban.

1Ne4:24 Und ich sprach auch zu ihm, dass ich die Gravierungen, die auf den Messingplatten waren, zu meinen älteren Brüdern, die außerhalb der Mauer waren, tragen sollte.

Kommentar

Text

Als wäre es Laban

In den deutschen Übersetzungen steht hier normaler Weise „als wäre ich Laban“. Das englische Original lautet jedoch „als wäre es Laban“. Nephi schafft dadurch eine Distanz zwischen sich und seinem Handeln.

Dass ich die Gravierungen … tragen sollte

Im Englischen wie im Deutschen klingt das holprig. Vielmehr würden wir die Platten tragen, auf denen die Gravierungen waren, als dass wir die Gravierungen tragen, die auf den Platten waren. Eine ähnliche Formulierung finden wir in Alma 46:19, wo der Hauptmann Moroni in der 1830 Ausgabe des Buches Mormon nicht ein abgerissenes Stück seines Mantels schwenkt, sondern den Riss selbst, also das Loch zwischen den Stoffteilen. Wie John A. Tvedtnes schreibt, ist dies schlechtes Englisch, aber sehr gutes Hebräisch. Das gleiche Prinzip haben wir hier.

Die Mauer oder die Mauern

Wie schon in 1 Nephi 4:5 besprochen ist hier die Einzahl richtig.

Parallelismus

Wir sind hier am Ende der Struktur angelangt, und können sie uns jetzt als Ganzes ansehen.

A Und es war des Nachts; und ich bewirkte, dass sie sich außerhalb der Mauer verstecken sollten.

….B Und nachdem sie sich versteckt hatten, schlich ich, Nephi, in die Stadt und ging voran zum Haus Labans.

…… Und ich war vom Geist geführt, nicht im Vorhinein die Dinge wissend, die ich tun sollte.

…… Dennoch ging ich voran, und als ich nahe zu dem Haus Labans kam, sah ich einen Mann, und er war vor mir zur Erde gefallen, denn er war trunken vom Wein.

…… Und als ich zu ihm kam, fand ich heraus, dass es Laban war

……..C Und ich sah sein Schwert,
………. und ich zog es heraus aus dessen Scheide,
………. und das Heft davon war aus purem Gold,
………. und die Verarbeitung davon war außerordentlich erlesen,
………. und ich sah, dass die Klinge davon aus dem kostbarsten Stahl war.

…………D Und es begab sich, dass mich der Geist bedrängte, dass ich Laban töten sollte; aber ich sagte in meinem Herzen: Niemals zu irgendeiner Zeit hatte ich Menschenblut vergossen. Und ich zog mich erschreckt zurück und wünschte, dass ich ihn vielleicht nicht töten würde.

Und der Geist sagte zu mir wiederum: Siehe der Herr hat ihn in deine Hände ausgeliefert. Ja, und ich wusste, dass er gesucht hatte, mein eigenes Leben zu nehmen; ja, und er wollte nicht auf die Gebote Gottes hören; und er hatte auch unser Eigentum weggenommen.

…………….E Und es begab sich, dass der Geist zu mir wiederum sagte: Töte ihn, denn der Herr hat ihn in deine Hände ausgeliefert; siehe, der Herr tötet die Schlechten um seine rechtschaffenen Absichten hervor zu bringen. Es ist besser, dass ein Mensch umkommt, als dass eine ganze Nation schwindet und in Unglauben umkommt.

………………..F Und nun, als ich, Nephi, diese Worte gehört hatte, erinnerte ich mich der Worte des Herrn, die er zu mir sprach in der Wildnis, als er sagte: Insoferne dein Samen meine Gebote halten wird, sollen sie im Land der Verheißung gedeihen.

………………..F Ja, und ich dachte auch, dass sie nicht die Gebote des Herrn halten können würden, gemäß dem Gesetz des Mose, außer, wenn sie das Gesetz hätten. Und ich wusste, dass das Gesetz auf den Messingplatten eingraviert war.

…………….E Und wiederum, ich wusste, dass der Herr Laban zu diesem Zweck in meine Hand geliefert hatte – dass ich die Aufzeichnungen gemäß seinem Gebot erlangen möge.

…………D Darum gehorchte ich der Stimme des Geistes und nahm Laban bei den Haaren seines Kopfes, und ich schlug seinen Kopf mit seinem eigenen Schwert ab.

……..C Und nachdem ich abgeschlagen hatte seinen Kopf mit seinem eigenen Schwert, nahm ich die Gewänder Labans und legte sie auf meinem eigenen Körper an; ja, selbst jedes kleinste Teil; und ich gürtete seine Rüstung um meine Lenden.

….B Und nachdem ich dies getan hatte, ging ich voran zur Schatzkammer Labans. Und als ich voran ging, in Richtung auf die Schatzkammer Labans, siehe, ich sah den Diener Labans, der die Schlüssel der Schatzkammer hatte. Und ich gebot ihm mit der Stimme Labans, dass er mit mir zur Schatzkammer gehen sollte. Und er – annehmend ich sei sein Meister, Laban, denn er sah die Gewänder und auch das Schwert um meine Lenden gegürtet – und er sprach zu mir in Bezug auf die Ältesten der Juden, er wissend dass sein Meister, Laban, bei Nacht draußen war bei ihnen. Und ich sprach zu ihm, als wäre es Laban.

A Und ich sprach auch zu ihm, dass ich die Gravierungen, die auf den Messingplatten waren, zu meinen älteren Brüdern, die außerhalb der Mauer waren, tragen sollte.

Wir wir sehen, baut Nephi die ganze Parallelstruktur auf, um zu zeigen, dass er nicht eigenmächtig handelt, sondern dass er nach dem Buchstaben des Gesetzes geht, aber darüber hinaus nur wegen eines direkten Gebotes Gottes, und auch das nur, weil das der einzige Weg für ihn war, dem vorhergehenden Gebot Gottes zu folgen und zu ermöglichen, dass seine Nachkommen die Gebote halten können. Er weiß, wenn er dieses Gebot des Geistes nicht hält, werden die Absichten Gottes und Seine Verheißungen für die Nachkommen Nephis vereitelt.

Zu beachten ist hier auch die Verkettung mit vielen „und“ im ersten Teil C,

Inhalt

Nephi bemüht sich, Zoram nicht zu belügen. Er lässt ihn in seinem Irrtum, ohne dabei selbst Unwahrheit zu sagen.

Für Laban wäre es sehr ungewöhnlich, hätte er die Platten genommen und wäre damit vor die Stadt gegangen. So sichert sich Nephi die Mithilfe Zoram, um unauffälliger zu erscheinen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s