1Nephi 4:14

1Ne 4:14 Und nun, als ich, Nephi, diese Worte gehört hatte, erinnerte ich mich der Worte des Herrn, die er zu mir sprach in der Wildnis, als er sagte: Insoferne dein Samen meine Gebote halten wird, sollen sie im Land der Verheißung gedeihen.

Kommentar

Inhaltlich

Erinnerte mich

Im Buch Mormon spielt das Sich-erinnern eine zentrale Rolle. Das beginnt bei Nephi, und es endet mit Moronis Verheißung und seiner Anleitung, wie wir vom Buch Mormon ein Zeugnis erlangen können. Das Erinnern ist im Judentum auch ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens: Beim Anlegen des Tallit (Gebetsmantel) werden Gebete gesprochen, die den Juden täglich an Gott erinnern sollen. Das Pessach-Mahl ist ein Erinnerungsmahl und so weiter. Das Erinnern wird in Josua 1:13 auch besonders erwähnt: Das Volk soll sich daran erinnern, dass Gott ihnen das Land geben will, wenn sie seine Gebote halten. Das Erinnern ist aber auch eine besondere Aufgabe des Heiligen Geistes (Joh 14:26).

Gebote halten – gedeihen

Dies ist das letzte, das wichtigste Argument, der Punkt der Nephi letztlich überzeugt.Nephi wird hier durch den Geist an 1Nephi 2:20 erinnert, das wir hier schon besprochen haben.

Das verheißene Land

So, wie auch schon im Alten Testament, schildert auch das Buch Mormon einen Bund des Bundesvolkes mit Gott, der sich um ein verheißenes Land dreht. Während dieses verheißene Land für das Alte Testament das Land Israel war, so liegt es im Buch Mormon in Amerika. Auch in der Neuzeit ist das Verheißene Land, bzw. der Bund, der das Land einschließt, ein zentrales Thema in der Kirche. Eine interessante Studie dazu hat der protestantische Gelehrte W.D. Davies gebracht, und zwar bei einem Symposium an der BYU, wo er erklärt, wie jüdisch diese Sichtweise des Landes eigentlich wirklich ist. Seine Schlußfolgerung ist: „[Mormonismus] judaisierte das Christentum wiederum, das zu hellenisiert gewesen war.“

Advertisements

1Nephi 4:12-13

1Ne 4:12 Und es begab sich, dass der Geist zu mir wiederum sagte: Töte ihn, denn der Herr hat ihn in deine Hände ausgeliefert;

1Ne 4:13 siehe, der Herr tötet die Schlechten um seine rechtschaffenen Absichten hervor zu bringen. Es ist besser, dass ein Mensch umkommt, als dass eine ganze Nation schwindet und in Unglauben umkommt.

Kommentar

Textvarianten

Dass der Geist zu mir wiederum sagte zu mir

Im Originalmanuskript hat der Schreiber 2 ein zusätzliches „zu mir“ geschrieben  (im Englischen mit zwei unterschiedlichen Präpositionen: unto und to). Wir wissen also nicht mit letztlicher Sicherheit, ob es heißen sollte: „Der Geist zu mir wiederum sagte“ oder „der Geist wiederum zu mir sagte“. Allerdings ist die erste Form im Englisch zur Zeit Joseph Smiths unüblicher, im Buch Mormon jedoch die weitaus häufigere Form. Daher kann man davon ausgehen, dass die erste Form richtig ist, und so habe ich es auch übersetzt.

Inhalt

Der Herr hat ihn in deine Hände ausgeliefert

Das ist das zweite Mal, dass der Geist genau diese Formulierung verwendet. Er bringt eine neuerliche Formulierung aus dem mosaischen Gesetz und aus dem damals aktuellen Rechtsverständnis:

  1. Durch Labans Handeln würde das Volk Lehi in Unglauben verfallen. Insoferne ist hört Laban nicht nur nicht auf die Stimme Gottes, er will auch absichtlich zum Abfall von Gott führen. Das war ein todeswürdiges Vergehen, und wie man an
  2. Besser einer stirbt, als dass ein ganzes Volk vergeht

Es ist besser, dass ein Mensch umkommt, als dass eine ganze Nation schwindet

Dieses Verständnis geht relativ klar gegen modernes Rechtsempfinden, war jedoch für die Juden der damaligen Zeit selbstverständlich.

Beispiele dazu finden sich in Numeri 25:7-18. In dieser Erzählung erschlägt Pinhas ohne Verfahren oder Urteil und ohne Richter zu sein einen Fürsten der Simeoniter, um Unheil vom ganzen Haus Israel abzuwenden und wird dafür gelobt und belohnt.

In 2. Samuel 20:1-22 lesen wir vom Aufstand Schebas gegen David. Er flüchtet sich nach Abel-Bet-Maacha. Joab verfolgt ihn mit einem Heer und droht die Stadt zu vernichten, wenn man ihm den Scheba nicht herausgibt. Daraufhin köpfen die Abeliter den Scheba und liefern seine Leiche aus. Abel war gerettet.

In der Tradition der Juden findet sich eine Geschichte, die für Nephi sehr aktuell war: König Jojakim, der Bruder König Zidkijas, hatte gegen Nebukadnezar rebelliert. Dafür forderte Nebukadnezar die Auslieferung Jojakims, oder er würde Jerusalem vernichten. Der Sanhedrin informierte den König von der Forderung Nebukadnezars, worauf Jojakim fragte: „Ist es recht, mich zu Eurem Nutzen zu opfern?“ Der Sanhedrin erinnerte daraufhin an den Aufstand Schebas. Drei Monate danach setzte NebukadnezarJojakims Bruder Zidkija auf den Thron Davids, und in diesem Jahr begann Lehis Tätigkeit als Prophet.

In den folgenden Jahrhunderten wurde dies kontroversiell diskutiert. Generell vertraten die Sadduzäer die Ansicht, dass einer für das Wohl Vieler geopfert werden durfte, Pharisäer sprachen sich dagegen aus.

Mit der Zeit fand man hier jedoch gemeinsamen Boden. Die rabbinischen Gelehrten reduzierten das Opfern des Einen für das Wohl Vieler auf Fälle, wo der Eine ein anerkannter Führer war, die Person schuldig war und namentlich angefordert war und dass die Gruppe unschuldig, aber bei Weigerung mit Vernichtung bedroht war. All diese Elemente finden sich in der Geschichte von Labans Tod wieder.

Ein letzter biblischer Fall ist der von Jesus Christus, wo der Hohepriester Kajaphas, ein Sadduzäer, dieses bekannte Argument bringt, um Jesu Tod zu fordern (Joh 11:49-51). Der Evangelist schreibt diese Aussage darüber hinaus dem Geist Gottes zu.

1Nephi 4:11

1Ne 4:11 Und der Geist sagte zu mir wiederum: Siehe der Herr hat ihn in deine Hände ausgeliefert. Ja, und ich wusste, dass er gesucht hatte, mein eigenes Leben zu nehmen; ja, und er wollte nicht auf die Gebote Gottes hören; und er hatte auch unser Eigentum weggenommen.

Kommentar

Textvarianten

Und der Geist sagte zu mir

Der Schreiber 2 hat das führende „und“ nicht geschrieben, doch hat dieser Schreiber eine Tendenz, das anführende „und“ auszulassen und später selbst zu ergänzen. Oliver Cowdery hat das „und“ als Ergänzung über den Text geschrieben. Diese Ergänzung scheint plausibel, da im 1. Nephi sonst immer, wenn der Geist spricht, dies mit einem „und“ eingeleitet wird.

Da im Original (sowohl in Hebräischen/Ägyptischen Texten als auch im Originalmanuskript) (Ab-)Satzzeichen fehlen und im Hebräischen das Und als (Ab-)Satztrenner verwendet wird, ist es unwahrscheinlich, dass Joseph hier kein „und“ diktiert hatte.

Inhalt

Der Herr hat ihn in deine Hände ausgeliefert

Das Nehmen eines unschuldigen Lebens, Mord, ist in allen Kulturen, besonders aber unter dem Volk des Herrn, eine der schlimmsten Sünden, wenn nicht gar die schlimmste Sünde. Dementsprechend ist oft klar in Gesetzestexten geregelt, was Mord ist, und was nicht. So auch im Gesetz des Moses. Es ist interessant, dass der Geist hier Nephi das Gesetz des Mose zitiert, und zwar nicht in der deuteronomistischen, sondern in der ursprünglichen Fassung von Exodus 21:12-14.

Dies hat drei Elemente:

  • Der Täter handelt ohne Vorsatz
  • Der Herr gibt das Opfer in seine Hand (in der Einheitsübersetzung steht hier: „Gott lässt es durch seine Hand geschehen“, aber die King James Version hat hier den gleichen Text, wie das Buch Mormon: „Der Herr hat ihn in seine Hände ausgeliefert“.
  • Der Täter flüchtet aus dem Land an eine von Gott bestimmte Zufluchtsstätte

John W. Welch führt aus, dass Nephi vorsichtig ist, in seiner Schilderung zu schreiben, wie sehr er sich an das Gesetz hält:

  • Ich wusste nicht im voraus, was ich tun sollte (Vers 6) – kein Vorsatz
  • der Herr hat ihn in deine Hände ausgeliefert (Vers 11 und 12) – Es ist das Handeln des Herrn
  • Nephi verlässt Jerusalem zu dem Ort, an den Gott ihn führen würde (letztlich auf einen anderen Kontinent)

Nach dem Gesetz des Mose war Nephis Handeln also nicht Mord, sondern Tötung, die damit bestraft wurde, dass man zumindest eine Zeit lang aus dem Land verwiesen wurde.

Der Talmud führt aus, dass es verschiedene Abstufungen der Tötung gibt: fahrlässig, unfallartig, beinahe unvermeidbar, unter Zwang und gerechtfertigt.

Unter gerechtfertigt wird angeführt, wenn der zu tötende selbst schwer gesündigt hatte und wenn eine ganze Gruppe leiden würde, wenn der einzelne nicht getötet würde.

Laban hatte Laman fälschlich schwer beschuldigt, in einer Weise, die nicht nur Rufmord war, sondern unter den gegebenen Umständen zum Tod Lamans geführt hätte. Nach Deut 19:16-19 (die Einheitsübersetzung schränkt dies auf die falsche Beschuldigung der Anstiftung zum Aufruhr ein) ist eine gesetzeswirksame falsche Zeugenaussage so ein todwürdiges Verbrechen.

Weiters wird hier angemerkt, dass eine ganze Gruppe unter dem Weiterleben Labans zu leiden hätte, nämlich Lehis Nachkommen.

Insofern war eindeutig, dass es sich bei der Tötung Labans um eine gerechtfertigte Tötung handelte. Und dennoch macht Nephi auch klar, wie sehr ihm diese Handlungsweise widerstrebte. Der Geist musste ihn nicht nur einmal dazu zwingen, sondern gleich zwei Mal dazu drängen.

Gleichzeitig stellt sich Nephi hier auch wieder als Moses seiner Zeit dar: Auch Moses hatte gerechtfertigt einen Mann getötet und war dann für eine Zeit geflohen (siehe Ex 2:11-12)

1Nephi 4:10

1Ne 4:10 Und es begab sich, dass mich der Geist bedrängte, dass ich Laban töten sollte; aber ich sagte in meinem Herzen: Niemals zu irgendeiner Zeit hatte ich Menschenblut vergossen. Und ich zog mich erschreckt zurück und wünschte, dass ich ihn vielleicht nicht töten würde.

Kommentar

Übersetzung

Dass mich der Geist bedrängte

Im Englischen steht hier „I was constrained by the spirit”, das wörtlich bedeutet: „Ich war gefesselt/gehemmt/zwingend belegt/mit Zwang belegt/bedrängt“. Die Redewendung kommt in der Bibel in der King James Übersetzung vor, und zwar in Hiob 32:18. Die Einheitsübersetzung übersetzt es als „mich drängt der Geist“, Luther übersetzt: „weil mich der Geist … bedrängt.“, ebenso die Elberfelder („der Geist … bedrängt mich“). Das „Drängen“, wie es in der derzeitigen offiziellen Übersetzung der Kirche steht, scheint mir zu schwach und drückt den Konflikt Nephis zu wenig aus.

Menschenblut

Im Deutschen gibt es zusammengesetzte Worte, die einen Besitz ausdrücken, zum Beispiel „Königshaus“. Das ist das Haus des Königs. Im Hebräischen drückt man das „Haus König“ aus. Der Besitzer wird hintangestellt. Auch die Formulierung „Buch Mormon“ könnte man daher eigentlich als „Mormonsbuch“ übersetzen, was auch tatsächlich im Fall des Buches der Könige eine alternative ist. In manchen Texten liest man vom Königsbuch. In der englischen Bibel und im Buch Mormon wird diese Konstruktion mit dem Wort „of“ übersetzt: „Book of Kings“ oder „house of the king“ oder eben „Book of Mormon“.

In diesem Vers lesen wir von „blood of man“, dem Blut des Menschen. Es ist nicht „Blut eines Menschen“ (engl: blood of a man), sondern hier meint „man“ die ganze Klasse der Menschen. Dies ist, meiner Meinung nach, am Besten durch „Menschenblut“ übersetzt.

Ich zog mich erschreckt zurück

Im Englischen steht hier „I shrank“. To shrink kann, wenn gefolgt von „from something“, die Bedeutung „von etwas zurückschrecken“ haben. Diese Form haben wir hier jedoch nicht. Das restliche Bedeutungsfeld von „shrink“ handelt davon, dass etwas kleiner wird oder sich zusammenzieht, z.B. bei Stoff, der eingeht. Es drückt räumliche Distanz aus, aber auch das Kleinerwerden oder Verschwinden. Nephi schreckt nicht nur vor dem Gedanken zurück, er schafft auch räumliche Distanz. Er windet sich bei dem Gedanken, er nimmt aber auch eine entsprechende Körperhaltung ein.

Inhalt

Wann hat der Geist gedrängt?

Es scheint ein Wenig seltsam, dass Nephi zuerst beschreibt, dass er das Schwert zieht, und dann erst vom Geist gedrängt wird, dieses auch zu verwenden. Warum hat er es denn eigentlich zuerst gezogen? Um es zu bewundern?

Andererseits ist diese Erzählung Jahre nach dem Erlebnis geschrieben worden, und es kann einfach ein Versehen Nephis sein, dass die Reihenfolge vertauscht. Brant Gardener schlägt vor, dass der Geist Nephi zuerst dazu bewegte, das Schwert zu ziehen („ich wusste im Vorhinein nicht, was ich tun würde“), und dann den Gedanken aufdrängte, Laban zu töten.

1Nephi 4:8,9

1Ne 4:8 Und als ich zu ihm kam, fand ich heraus, dass es Laban war

1Ne 4:9 Und ich sah sein Schwert, und ich zog es heraus aus dessen Scheide, und das Heft davon war aus purem Gold, und die Verarbeitung davon war außerordentlich erlesen, und ich sah, dass die Klinge davon aus dem kostbarsten Stahl war.

Kommentar

Textvarianten

Und…ich

Der Schreiber 2 schrieb ursprünglich:

& als ich zu ihm kam, & fand heraus, dass es Laban war, & sah sein Schwert, & ich zog es heraus aus dessen Scheide….

Dies ist zwar fürchterliches Englisch, könnte wäre aber syntaktisch richtige Grammatik:

Ein „als“-Satz mit zwei Prädikaten – jeweils eingeleitet durch „und“-, gefolgt von einem Hauptsatz.

Tatsächlich hat das Buch Mormon eine ganze Reihe von Versen, wo genau diese hebräische Grammatik verwendet wurde, zum Beispiel in 3Nephi 8:19, 3Nephi 12:1 und Mormon 6:11. In der 1830-Ausgabe konnte man noch deutlich mehr solcher Beispiele finden, diese wurden aber in folgenden Ausgaben eliminiert. Auch die deutsche Übersetzung der obigen Beispiele macht es schwer, die Konstruktion zu erkennen.

In den meisten dieser Fälle ist der „als“ Satz lang und komplex, mit mehreren eingeschlossenen Nebensätzen. Dagegen scheint 1Nephi 4:8-9 ziemlich einfach. Alle eingeschlossenen Prädikate sind kurz.

Allerdings passt das an dieser Stelle nicht, weil die Nebensätze die Geschichte weitertreiben, etwas, das so nicht sein dürfte. Die wesentliche neue Information müsste im Hauptsatz stehen, nicht in den Nebensätzen. Aus diesem Grund wird angenommen, dass es sich hier nicht um eine „als-und“ Konstruktion handelt.

Nachträglich hat Schreiber 2 verändert:

& als ich zu ihm kam, & (durchgestrichen) fand ich heraus, dass es Laban war, & sah sein Schwert, & ich zog es heraus aus dessen Scheide….

Das macht den Text zwar besser, aber nicht viel, und das führte zu einer weiteren Änderung: Als Oliver Cowdery das Originalmanuskript in das Druckermanuskript abschrieb, fügte er ein weiteres „ich“ ein, und zwar vor das Verb „sah“. Ebenso ersetzte er „&“ durch „und“:

Und als ich zu ihm kam, fand ich heraus, dass es Laban war, und ich sah sein Schwert, und ich zog es heraus aus dessen Scheide….

Es gibt andere Fälle, in denen der Schreiber 2 offensichtlich das „ich“ ursprünglich nicht im Text hatte und es nachträglich eingefügt wurde. Fälle, in denen kein Hebraismus „schuld“ daran sein kann. Insoferne ist die nachträgliche Ergänzung wahrscheinlich.

Eine letzte Möglichkeit wäre, dass Schreiber 2 einen Fehler bemerkte, aber das falsche „&“ gestrichen hat, dass der Text also eigentlich lauten sollte:

Und als ich zu ihm kam und herausfand, dass es Laban war, sah ich, sein Schwert und zog es heraus aus dessen Scheide.

Laut Skousen passt dies wiederum nicht zur Logik des Textes und der Erzählung. Deswegen ist die Variante des Druckermanuskript dem Originalmanuskript hier vorzuziehen.

Literarisches

Viele Und

Wir haben in den Versen 8 bis 10 viele (7) Satzanfänge mit „und“. Diese Redefigur bindet Teile einer Erzählung zusammen zu einer Auflistung, viele parallele Handlungsteile werden zu einem zentralen Gedanken, einer vereinenden Idee zusammengefügt. Im Griechischen nennt man das Polysyndeton. Im Alten Testament kommt diese Figur sehr häufig vor, meist wird jedoch das „und“ durch einen Beistrich ersetzt. Ein Beispiel dafür ist Josua 7:24.

Nephi will hier die Spannung steigern. Jedes „und“ weist weiter hin auf das unausweichliche Geschehen, das folgt.

Inhalt

Labans Schwert
Aus Stahl

Oft wird kritisiert, dass „Stahl“, wie wir ihn heute kennen, vor dem 19. Jahrhundert nicht bekannt war. Tatsächlich findet sich in der Bibel aber durchaus das Wort „Stahl“. Das hebräische Wort, das hier übersetzt wird, heißt eigentlich „hart“. Wir können daher davon ausgehen, dass es sich um besonders hartes Metall handelte. Und wenn es auch richtig ist, dass heutiger Stahl erst seit der Mitte des 18. Jahrhunderts hergestellt wird, so ist mittlerweile einfach gehärteter Stahl schon seit 3500 v.Chr. nachgewiesen.

Größe

Damalige Schwerter waren zwischen 0.75 und 1m lang. Die Beschreibung Nephis deutet auf eine Spezialanfertigung hin, mit der der Träger seine Vormachtstellung in der Gesellschaft demonstrierte.

Labans Schwert wird möglicherweise eher 1m lang gewesen sein. Mit einem kurzen Schwert ist es schwieriger, jemand zu köpfen.

Goldheft

Das Heft bestand üblicherweise aus Holz, das um die Angel (den Teil der Klinge, der das „Innenleben“ des Griffs ausmacht) gelegt wird. Dieses wird mit einem Geflecht aus Leder, Stoff oder Metall umwickelt. Diese Wicklung hält einerseits das Holz zusammen, andererseits sorgt sie dafür, dass das Schwert gut und sicher in der Hand liegt.

Ein Foto eines Schwertes mit Goldheft findet sich hier. Dieses Schwert stammt aus dem Iran, 7. Jahrhundert nach Christus.