1.Nephi 3:15

15 Aber siehe, ich sagte zu ihnen: So wahr der Herr lebt, und so wahr wir leben, wir werden nicht hinunter zu unserem Vater in die Wildnis gehen, bis wir das Ding vollbracht haben, das unser Vater uns geboten hat.

Kommentar

Parallelismus

So wahr der Herr lebt, und so wahr wir leben

Hinunter in die Wildnis

Genau, wie die Richtung, in der Jerusalem liegt, für Lehi und seine Familie immer „hinauf“ ist (u.a. 1Nephi 3:9,23; 7:4), so ist die Wildnis von Jerusalem aus immer „hinunter“ (1Nephi 2:5; 7:2,22 usw.). Für die alte Welt stimmt das auch immer, denn die Wildnis nahe dem Roten Meer ist tiefer gelegen, als Jerusalem.

So wahr der Herr lebt und so wahr wir leben         

Nephi schwört hier im Namen des Herrn, und zwar in einer Weise, dass er nicht nur sich selbst bindet („Eher sterbe ich“ oder „Gott soll mir dies und das antun“ – siehe 2Sam 3:35, eine Schwurformel, bei der entweder ein Tier geopfert, oder ein Kleidungsstück zerrissen oder mit einer Geste (Hand als Drohung gehoben, oder Finger über den Hals gezogen, oder quer über den Bauch) die eigene Vernichtung angedeutet wurde, und die in erster Linie verwendet wurde, um zu zeigen wie sehr man sich verpflichtet. Die Geste, das Opfer oder das Zerreissen des Gewandes steht als Zeichen dafür, was der Herr einem antun soll, wenn man nicht tut, wozu man sich verpflichtet hat), sondern in der er auch Gott selbst einbindet: Gott, so verspricht Nephi, wird nicht zulassen, dass sie unverrichteter Dinge sterben, wenn sie sich bemühen, Gottes Gebot zu erfüllen.

Direkte Rede

Nephi ist in seiner Erzählung sehr sparsam mit direkter Rede. Er lässt die Personen seiner Geschichte nur sehr selten selbst zu Wort kommen. Das mag daran liegen, dass er lange nach der Zeit schreibt, die er hier beschreibt, vielleicht sogar aus der Erinnerung heraus. Wenn er also direkte Rede verwendet, dann tut er das als stilistisches Hilfsmittel: Nephi kann die Moral seiner Geschichte auf den Punkt bringen, ohne sie beschreiben zu müssen.

Und die Moral ist: Befolge die direkten Anweisungen Gottes selbst in Todesgefahr, und Gott wird Dich nicht sterben lassen

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