1Nephi 2:6-9

6  Und es begab sich, dass als er drei Tage lang durch die Wildnis gezogen war, er sein Zelt in einem Tal aufbaute, das an einem Fluss mit Wasser gelegen war.

7  Und es begab sich, dass er einen Altar aus Steinen baute, und er brachte dem Herrn ein Opfer dar und dankte dem Herrn, unserem Gott.

8  Und es begab sich, dass er den Fluss mit dem Namen Laman benannte, und dieser ergoss sich ins Rote Meer; und das Tal war in dem Grenzgebiet nahe seiner Mündung.

Kommentar

Fluss Laman

Die Familie Lehis zieht drei Tage Richtung Rotes Meer. Wir wissen, wo sie weggezogen sind, nämlich von Jerusalem, und wenn sie Richtung Rotes Meer gezogen sind und an eine Flußmündung geraten sind, dann müssen sie in unmittelbarer Nähe des Roten Meeres angelangt sein. Es gibt nicht viele Stellen des Roten Meeres, die eine Familie innerhalb von drei Tagereisen erreichen können.

Dort in der Wildnis finden sie einen Fluss, der beständig (das ganze Jahr hindurch) Wasser führt und ins Rote Meer mündet. Der Fluss ist so klein, dass es dort keine Siedelung gab, ja, dass er nicht einmal einen Namen hatte. Lehi benennt ihn nach seinem ältesten Sohn, Laman. Es ist eine historisch bezeugte Eigenheit semitischer Kultur, dass man Orte benennt, wenn man das erste Mal hinkommt und keinen Namen dafür kennt.

Bei Vers 5 werden wir uns näher um die Geographie dieses Ortes kümmern.

Altar aus Steinen

Lehi baut einen Altar aus Steinen. Es gab zwei Möglichkeiten, einen Altar zu bauen: Entweder man häufte Erde auf, oder man häufte Steine übereinander. Diese durften nicht bearbeitet sein. Lehi wählte einen Steinaltar.

Symbolisch steht der Altar, der über seine Umgebung hinaus ragt, für den „Höchsten der Berge“, den Berg Zion, der seinerseits ein Synonym für den Tempel ist.

Durfte Lehi überhaupt opfern?

Aber darf nach dem Mosaischen Gesetz nicht eigentlich nur ein Levit Opfer darbringen, und das nur beim Tempel? Gerade die Reform Joschijas hat doch alle anderen Opferplätze vernichtet, und Deut 12 scheint Altare außerhalb Jerusalems zu verbieten.

In der Tempelrolle der Rollen vom Toten Meer finden wir die Erklärung, dass man innerhalb einer Entfernung von weniger als drei Tagesreisen keine Opfer darbringen durfte, außer im Tempel. In dieser Entfernung durfte auch jemand, der nicht vom Stamm Levi war, ein Opfer darbringen, wenn kein Levit zur Verfügung stand. Und interessanter Weise errichtet Lehi seinen Altar genau nach drei Tagesreisen.

Was für ein Opfer brachte Lehi dar?

In Psalm 107:22 lesen wir, dass jemand, der nach einer Reise wohlbehalten ankommt, ein Dankopfer bringt. Dieses Dankopfer war ein Friedensopfer, wie wir es aus Levitikus 3 kennen, ein Tier von der Herde, entweder männlich oder weiblich, dazu ungesäuerte Brote, die eine Art Bündnismahl ausmachen, bei dem die Opfernden und Gott gemeinsam teilnahmen.

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